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Bayerische Börse – Impulsgeber am Kapitalmarkt „Kohlendioxid-Emissionen ausgleichen“

2010-08-16
Die Bayerische Börse arbeitet CO2-neutral. Wie das funktioniert und was hinter dem Vorhaben steckt, erklärt Greenmarket-Chef Robert Ertl im Interview.

 

Herr Ertl, die Bayerische Börse will alle Kohlendioxid-Emissionen ausgleichen, die sie direkt oder indirekt verursacht. Wie kann das funktionieren?

Wir haben einen Dienstleister beauftragt, der berechnet hat, wie hoch die CO2-Emissionen der Börse sind. Emissionen entstehen zum Beispiel durch den Stromverbrauch, das Heizen der Gebäude, den Papiereinsatz in den Büros, aber auch durch Dienstreisen der Mitarbeiter per Auto oder Flugzeug. Alle Emissionen rechnen wir zusammen. Dann kaufen wir in entsprechender Höhe CO2-Zertifikate und vernichten sie. Damit können sie nicht mehr eingesetzt werden. So gleicht die Börse ihre CO2-Emissionen aus.

 

Was war der Anlass, sich mit diesem Thema zu beschäftigen?

Die Frage, wie wir CO2-Emissionen vermeiden können, stellen wir uns schon lange. So lassen wir zum Beispiel unser Magazin „Südseiten“ in einer Druckerei produzieren, die CO2-neutralen Druck anbietet. Auf die Idee, das Thema grundsätzlicher anzugehen, kamen wir
im vergangenen Jahr, als wir das neue Marktsegment Greenmarket gründeten – eine Handelsplattform für CO2-Zertifikate. Das entsprechende Know-how haben wir seither im Haus. Und einem Unternehmen steht es gut zu Gesicht, sich intensiv mit seiner CO2-Bilanz zu beschäftigen. Damit zeigen wir auch, dass wir eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft haben.

 

Parallel zum Kauf von CO2-Zertifikaten wollen Sie in Zukunft verstärkt der Frage nachgehen, wie Sie Emissionen ganz vermeiden ­können. Wie wollen Sie dabei vorgehen? Wo sehen Sie das größte Potenzial?

Wir werden uns die Daten, die der Dienstleister über unsere Emissionen sammelt, sehr genau anschauen. Auf dieser Grundlage entscheiden wir dann, wo wir den Hebel ansetzen. Die Ergebnisse werden uns bewusster machen, wo wir Emissionen vermeiden können – sei es beim Strom- und Papierverbrauch oder bei der Wahl des Verkehrsmittels für Dienstreisen.

 

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